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Costa Rica spielt die Schweiz in vorweltmeisterschaftlichen Frust

Das Testspiel gegen Costa Rica als Simulation der wichtigen WM-Begegnung gegen Honduras sollte zeigen, wo die Schweizer Mannschaft steht. Die Antwort ist nach der 0:1-Niederlage klar: Es gibt noch viel Arbeit zu erledigen.

10'500 engagierte Zuschauer, darunter viele Kinder in Rot-Weiss, schenkten dem kleinen Stadion in den Walliser Bergen einen Hauch von Weltmeisterschaftsstimmung. Das war gut so, denn das Spiel gegen Costa Rica durfte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Zu gewinnen gab es für die Schweizer Nationalmannschaft nämlich nicht viel. Alles andere als ein klarer Sieg gegen «La Sele» wäre ein harter Schlag für die Psyche, besonders, da die letzten zwei Spiele gegen Uruguay und Norwegen verloren gingen.

Schwache Leistung in der ersten Halbzeit
Das Spiel begann rasant. Während die ersten Spielsekunden den Ticos aus Costa Rica gehörten, schalteten die Schweizer bald auf Angriff um und hatten nach fünf Minuten bereits eine gute Torchance und zwei Beinahe-Elfmeter zu verbuchen.

Kurz vor Spielbeginn war die Welt noch in Ordnung.

Doch das wars dann auch schon fürs Erste. Costa Rica spielte stark auf, testete Diego Benaglio, der im neon-orangen Dress nicht zu übersehen war, mit Eckbällen und harten Schüssen. Auch Alex Freis Dribbelkünste in der 20. Minute vermochten das Spiel nicht dauerhaft in die gegenerische Hälfte zu verlagern - ein Symbol für die gesamte erste Halbzeit. Weder die raschen Sprints von Ziegler über die rechte Seite, noch die Versuche auf der Linken über Ziegler und Padalino brachten echte Gefahr in den Sechzehner Costa Ricas. Das Spiel der Schweizer war von zuvielen Ungenauigkeiten geprägt. Entsprechend wurde die Mannschaft auch mit einem Pfeifkonzert in die Halbzeit entlassen.

Mehr Engagement aber wenig Effizienz in der zweiten Hälfte
Die zweite Halbzeit wurde von einer deutlich aktiveren Schweizer Mannschaft begrüsst. Der Kampf um die Bälle im Mittelfeld wurde intensiviert und endlich gelang es mehrmals, über längere Zeit und wiederholt Druck vor dem Tor von Keylor Navas aufzubauen. Der Torerfolg blieb allerdings aus, die Ticos kamen zu gefährlichen Kontern - und in der 57. Minute gelang den Mittelamerikanern durch Winston Parks das wunderschön herausgespielte und absolut gerechtfertigte Führungstor. Inler, Senderos, Von Bergen, Ziegler und Benaglio waren allesamt bloss noch Statisten.

Grosse Herausforderung für den Nationalcoach
«Wir brauchen ein Erfolgserlebnis», hatte Ottmar Hitzfeld vor dem Spiel gesagt. Erhalten hat er stattdessen viel Grund für Frust. Auch das Schlussfeuerwerk der Offensive in den letzten Minuten änderte nichts mehr daran. Die Schweizer zeigten Willen und gaben das Spiel nie auf. Besonders Stephan Lichtsteiner und Reto Ziegler fielen immer wieder mit guten Aktionen auf. Doch fehlte es an der letzten Durchsetzungskraft, an der Genauigkeit der Pässe und Abschlüsse sowie an Ideenreichtum.
Auch mental ist die Situation nun alles andere als einfach. Da am Samstag gegen Italien nicht mit einem Sieg gerechnet werden darf, muss man davon ausgehen, dass die Schweiz mit insgesamt fünf sieglosen Spielen nacheinander gegen Spanien in die WM starten muss. Und dort dürfte es dann realistischerweise die sieglose Nummer Sechs geben.

Will die Schweiz an der Weltmeisterschaft eine würdige Leistung erbringen, gibt es also noch viel Arbeit zu erledigen. Glücklicherweise sieht dies auch Ottmar Hitzfeld so. Wie er nach dem Spiel an der Pressekonferenz erklärte, sieht er das Team auf dem richtigen Weg, auch wenn «noch 20% an Spritzigkeit» fehlen. Bis in zwei Wochen soll die Mannschaft aber WM-tauglich sein.

Hoffen wir, dass er Recht hat. Ansonsten droht ein Resultat, wie wir es uns vom Eurovision Song Contest gewohnt sind: «Switzerland, 0 Points».


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  1. maettuma
  2. Anna Baehni